ZeckengefahrZeckengefahr!

Die Anzahl der Zecken steigt. Zugute kommt ihnen dabei die Klimaerwärmung.
Auch wir Feuerwehrmänner sind durch diese kleinen Tiere im Einsatz in Wald und Flur gefährdet. Deshalb sollte jeder über die Gefahren, aber auch die Schutzmaßnahmen Bescheid wissen.
Wir sagen zur Zecke ganz deutlich: "Halt!"

Die Zecke

ZeckeIhr Jagdverhalten hat sich im Laufe der Evolution perfektioniert. Sie lässt sich nicht - wie viele glauben - von Bäumen herunterfallen, sondern lauert im Unterholz und an Grashalmen. Man kann es angesichts ihrer Erfolge kaum glauben: Die Zecke hat keine Augen. Sie reagiert auf Erschütterung und erkennt ihr Opfer am Geruch.
Die Entwicklung einer Zecken-Larve zum ausgewachsenen Tier dauert mehrere Jahre. In dieser Zeit muss sie sich dreimal häuten und braucht dazu jedes Mal eine ausgiebige Mahlzeit. Mehr als das 200fache ihres Gewichts kann eine Zecke an Blut aufnehmen. Wenn niemand sie hindert, dauert das große Fressen manchmal länger als eine Woche. Dabei können die Zecken zwei Krankheiten übertragen: die Lyme-Borreliose, die zu den häufigsten neurologischen Krankheiten zählt, und die FSME.

Was ist an Zecken gefährlich?

Die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist eine gefährliche Krankheit, d.h. eine gefährliche Gehirnhautentzündung, die am öftesten zu Beginn der warmen Jahreszeit, im Frühling bis Sommer auftritt. Die Erkrankung führt zu schweren Lähmungen, die bis zum Tod führen können. Eine Behandlung der Krankheit ist schwierig.  Einer von hundert (1%) Erkrankten stirbt. Deshalb ist eine Impfung unbedingt empfehlenswert, weil sie einen wirklichen Schutz bietet.
Gefahr durch ZeckenBorreliose ist eine bakterielle Infektion. Sie hat oft ein klassisches Krankheitsbild. An der Stelle des Zeckenstichs erkennt man eine lokale Rötung. Nach ca. einer Woche breitet sich diese aus, wobei oft die Mitte wieder verblasst. D.h. es entsteht dann ein roter Ring auf der Haut. Das ist ein klassisches Zeichen für Borreliose. Leider tritt die Rötung nicht nach jedem Stich auf, manchmal verschwindet die Rötung auch wieder, aber die Erkrankung schreitet voran. Es kommt zum Anschwellen der Lymphknoten, grippeartigen Symptomen und zu Schwellungen der Gelenke. In weitere Folge können dann schmerzhaft Organsysteme betroffen sein: Das Nervensystem, Gelenke, Muskeln, ev. auch Augen und Herz.
Gegen Borreliose gibt es – noch – keine Impfung. Der wichtigste Schutz neben einem Insektenschutzmittel ist es, die Symptome rechtzeitig zu erkennen und dann umgehend einen Arzt aufzusuchen. Borreliose ist mit klassischen Antibiotika behandelbar. Je früher die Erkrankung erkannt wird, umso besser ist die Heilungschance. An Borreliose stirbt man nicht.

Wie kann ich mich am besten schützen?

Es gilt die einfache Regel einen Barfußlauf oder einen Gang in kurzen Hosen durch Wald und Flur zu vermeiden.Die Vermeidung von Zeckenstichen ist die einzig wirksame Vorbeugung vor der durch die Zecken übertragenen Borreliose.
Menschen verbringen ihre Freizeit immer mehr im Freien. Zecken halten sich in der Vegetation bis maximal 1,5 Meter Höhe auf. Sie benötigen mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Daher sind sie in der Krautschicht des Waldes oder in Gewässernähe besonders häufig zu finden. Es gilt die einfache Regel einen Barfußlauf oder einen Gang in kurzen Hosen durch Wald und Flur zu vermeiden.

Tragen Sie lange Kleidung.Tragen Sie lange Kleidung. Zecken wird dadurch das Auffinden einer geeigneten Stichstelle zumindest erschwert. Bevorzugen Sie geschlossene Schuhe. Stecken sie die Hose in die Strümpfe. Auch das erschwert den Parasiten den Zugang zur Haut.
Suchen Sie nach dem Aufenthalt im Freien ihren Körper nach Zecken ab. Vergessen Sie dabei nicht den Kopf, die Ohren und den Rücken. Noch nicht festgezogene Zecken nehmen sie einfach ab. Zudem sollten Sie die Kleidung sorgfältig nach vorhandenen Zecken absuchen und eventuell ausschütteln. Wenn Sie helle Kleidung tragen, können Sie vorhandene Zecken leichter entdecken.

Was mache ich bei einem Zeckenbiss?

Festgezogene Zecken müssen möglichst schnell entfernt werden. Denn je länger eine Zecke saugt, desto höher ist das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken.
Beim Herausziehen muss ein Quetschen auf jeden Fall vermieden werden. Borrelien reichern sich im Darm der Zecke an. Werden die Tiere beim Entfernen gequetscht, wird der Darminhalt samt Bakterien in den Stichkanal injiziert.
Mit einer Zeckenzange kann die Zecke ganz nahe an der Einstichstelle mit wenig Druck gefasst werden.Mit einer Zeckenzange kann die Zecke ganz nahe an der Einstichstelle mit wenig Druck gefasst werden. Wichtig ist, dass der Parasit mit dem ganzen Kopf aus der menschlichen Haut entfernt wird. Durch einfache Drehbewegungen ohne Zug lässt die Zecke los.
Das alte Hausmittel die Zecken mit einem Tropfen Öl oder Schmalz herauszudrehen, ist abzulehnen. Da die Zecke hier gleichsam erstickt wird und sie in diesem Todeskampf noch genügend Zeit hat, eventuell. Krankheitserreger in die menschliche Blutbahn zu pumpen.