Kein Mensch braucht vor Wespen oder Hornissen Angst haben.Wespen und Hornissen

Manche Menschen finden Wespen oder Hornissen lästig oder haben gar Angst vor ihnen. Nicht selten werden ihre Nester deshalb illegal beseitigt.
Doch wer sich mit diesen Tieren befasst, erkennt schnell den Nutzen. Kein Mensch braucht vor Wespen oder Hornissen Angst haben.
Deshalb: Lerne die nützlichen Tiere kennen und beachte Verhaltensregeln!

Die Wespe

In der Bundesrepublik Deutschland und in Mitteleuropa leben 8 soziale Faltenwespen-Arten (ohne die Feldwespen). Weltweit sind 61 Arten der sozialen Faltenwespen bekannt. Wespen sind Allesfresser und Insektenjäger und benötigen zur Aufzucht ihrer Brut große Mengen von Insekten, die in der Regel für den Menschen schädlich oder lästig sind. Soziale Faltenwespen sind somit wichtige Regulatoren im Ökosystem! So wie die Bienen besitzen auch sie eine vollkommene Verwandlung, vom Ei über Larve zur Puppe und zum geschlechtsreifen fertigen Tier. Die Männchen entwickeln sich immer aus unbefruchteten Eiern.
Alle staatenbildenden Faltenwespen überleben nur ein Jahr als Volksgemeinschaft, im Herbst sterben die Männchen und Arbeiterinnen und die alte Königin. Die neu geschlüpften Königinnen fliegen im Sommer zur Befruchtung aus und suchen sich anschließend einen Platz, um zu überwintern. Im Folgejahr werden diese wieder ein neues Volk gründen, so sie den Winter überleben.
WespeAnders als die Bienen fressen sie auch Fleisch. Das kann man im Sommer gut beobachten, wenn man im Freien isst. Die Wespen dienen nicht wie die Bienen der Bestäubung von Pflanzen, da sie nicht sortentreu sind. Das heißt, sie fliegen nicht von Blüte zu Blüte innerhalb einer Sorte.
Der Stachel der Wespe hat anders als der der Bienen keinen Widerhaken. Daher stirbt die Wespe bei einem Stich nicht. Weil der Stachel nicht in der Haut hängen bleibt, ist  ein Wespenstich auch nicht so giftig wie der einer Biene.

Wespennest mit sehr schönem EinflugslochDas Wespennest besteht aus „Papier". Die Wespen kauen Holz und verkleben die Fasern mit Speichel. Daneben gibt es noch Arten, die ihre Wohnräume aus Lehm bauen oder sich in Totholz Ritzen und Höhlungen zunutze machen, um ihre Larven sicher zur Entwicklung zu bringen. Diese Arten haben eines gemeinsam: sie füttern ihre Larven mit tierischer Nahrung und tragen einen wichtigen Teil zur biologischen Schädlingsbekämpfung bei.

Eine Erdhöhle mit einem Wespennest.Von den acht heimischen Wespen sind nur zwei Arten lästig, die deutsche Wespe und die gemeine Wespe. Schon an der Art des Nestbaus lässt sich erkennen, ob es sich bei den Wespen um lästige, oder um scheue, friedfertige Arten handelt. Während die beiden lästigen Arten als ausgesprochene Dunkelbrüter in Hohlräumen (wie Wandverkleidungen, Rollokästen oder Mäusenester im Garten) nisten, handelt es sich bei freihängenden Nestern stets um friedfertige Arten, wie z.B. die sächsische Wespe und Hornissen.

Die wichtigsten Erkennungsmerkmale der "lästigen" Arten, der deutschen und gemeinen Wespe:
  • Alle Wespenvölker, die nach Mitte September immer noch stark fliegen, können mit Sicherheit diesen beiden "lästigen" Arten zugeordnet werden, bei günstiger Witterung überleben die Tiere bis Mitte November!
  • Charakteristisch ist eine hohe Volksstärke von mehreren tausend Tieren!
  • Nester befinden sich vorwiegend in Erdhöhlen oder aber in anderen dunklen Hohlräumen, keine freihängenden Nester wie z.B. in Hecken, Geäst oder auf hellen Dachböden!

Die Hornisse

Hornissen sind unsere größte Wespenart.Hornissen sind unsere größte Wespenart. Durch ihren wuchtigen Körper ist sie auch im Flug leicht zu erkennen. Ihre Nester erreichen unter günstigen Voraussetzungen stattliche Größen; bis zu 700 Tiere bewohnen solche Nester. Die Hornisse ist eine gefährdete Art, in Deutschland ist sie in einigen Gebieten ausgerottet. Heute muss man sie aufgrund der dramatisch reduzierten Bestände zu den "Rote-Liste-Arten" zählen.
Hornissen sind Räuber. Ihre Hauptnahrung besteht zu 90 % aus Fliegenarten. Ein Hornissenstaat mit 600 Tieren vertilgt pro Tag bis zu  500 g Insekten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum biologischen Gleichgewicht.
Gefährlich sind sie aber auf keinen Fall für den Menschen. Ihr Stich kann aber bei empfindlichen Menschen sehr wohl zu Beschwerden führen. Es handelt sich aber um Märchen, drei Hornissenstiche würden einen Menschen töten und sieben ein Pferd. Durch häufige mutwillige Störungen kann aber auch diese sonst friedliche Art angriffslustig werden.
Ein Hornissennest hat schöne Brauntöne.Schon anhand der wunderschönen Nester kann man erkennen, ob es sich um ein Hornissen- oder um ein Wespennest handelt. Ein Wespennest ähnelt sehr der Farbe von grauem Recyclingpapier, ein Hornissennest hat schöne Brauntöne.

Tipps zum Schutz vor Wespenstichen

  • Nesteingang nicht versperren, um die Orientierung der Tiere nicht zu stören (nicht in der Einflugschneise stehen).
  • Einfluglöcher auf keinen Fall verstopfen.
  • Keine Flaschen mit gärenden Säften als Wespenfallen aufstellen, da die Tiere darin qualvoll verenden und der Duft zusätzlich Tiere anzieht.
  • Fliegengitter am Fenster verhindert den Einflug in die Wohnung.
  • Mit dem Geruch von Geranien oder ätherischen Ölen, wie Nussbaum, Teebaumöl, Zeder, Nelke, Zitrone lassen sich Wespen von der Terrasse fernhalten.
  • Vor dem Trinken nach Wespen im Glas schauen, beim Trinken aus Dosen oder Flaschen sollte ein Strohhalm verwendet werden.
  • Im unmittelbaren Nestbereich (ca. 4m um ein Hornissennest) keine hektischen Bewegungen.
  • keine Handlungen vornehmen, die zu Erschütterungen des Nestes führen.
  • durch sinnvolles Anbringen von Fliegendraht kann die An- und Abflugrichtung der Insekten positiv beeinflusst werden.

Die Umsiedlung

Die unter Naturschutz stehende Hornisse schbt Holz ab.Wespen- und Hornissenvölker treten im Jahr nur wenige Monate (Juni-September) in größerer Individuenzahl auf. Danach sterben die Völker bis auf die überwinternden Königinnen. Das Nest wird im nächsten Jahr nicht wiederbesiedelt.
Nach § 42 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, wie Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.
In besonderen Ausnahmefällen kann eine Umsiedlung dieser Arten nötig sein. Hierzu bedarf es der Genehmigung der Umweltschutzbehörde. Die Nester werden dafür in eigens konstruierte Nistkästen umgesetzt. Nach einer gewissen Übergangszeit, in der sich die Tiere an das neue Nest und die neuen Gegebenheiten gewöhnt haben, wird ein günstiger Moment abgepasst. Sobald die meisten Tiere daheim sind, wird das Flugloch verschlossen. Neu ankommende Bewohnerinnen werden mit Hilfe eines Käschers eingefangen und in den Kasten eingebracht. Bis auf ganz wenige Tiere wird so das ganze Volk umgesiedelt.  
Ein Pappstück vor dem Einflugloch verhindert, dass die Tiere gleich wieder losfliegen.  Es wird dann ein neuer Platz ausgesucht, an dem der Kasten aufgehängt wird. Haben die Tiere die Pappe durchgenagt, haben sie sich an die neue Umgebung gewöhnt und die Umsiedlung ist abgeschlossen.

Versuchen Sie bitte nicht, ein Nest auf eigene Faust zu beseitigen!
Dabei kann man nicht nur eine böse Überraschung durch die Tiere erleben!!!

Die Feuerwehr Eschlkam und ihre für Insekten ausgebildete Spezialisten stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.