Steckleiter im EinsatzDie Steckleiter im Einsatz

Auf fast allen Feuerwehrfahrzeugen wird die sogenannte Steckleiter mitgeführt. Sie ist aus Holz oder Aluminium. Wie sie aufgestellt werden, welche Rettungshöhen erreicht werden können und welche vielfältigen Einsatzmöglichkeiten es gibt, soll hier kurz erklärt werden.

Technische Informationen

vierteilige Steckleiter auf dem LF 16/12Die Steckleiter ist in den Zeiten der Drehleiter zwar etwas aus der Mode gekommen, aber gerade für kleinere Feuerwehren ein universelles Gerät, mit dem auch gut improvisiert werden kann.
Sie ist auf den Fahrzeugen der LF, TLF, TSF, RW zu finden und wird meistens als 4-teilige Leiter mitgeführt.
 Steckleiter auf dem TLF 16/25Sie wurde früher aus Holz hergestellt und ist nach der Norm (14711) als Leichtmetallversion auf den Fahrzeugen zu finden.
Holz- und Leichtmetallleiterteile sind so ausgeführt, dass sie untereinander ausgetauscht werden können.
Auf jedem eingesetzten Leiterteil darf sich nur eine Person befinden.
Steckleiterteile A und BDas A-Teil (9 Sprossen, 13 Kg) wird nicht mehr hergestellt, obwohl es sich in der Praxis als recht praktisch herausgestellt hat.
Das B-Teil (7 Sprossen, 12,5  Kg) ist (wie das A-Teil) 2,7 m lang.
Bei den max. 4 einsetzbaren Steckleiterteilen ergeben sich folgende Leiterlängen und Einsatzhöhen:
Steckleiter (1 Leiterteil): Leiterlänge 2,7 m; Einsatzhöhe ca. 1,7 m
Steckleiter (2 Leiterteile): Leiterlänge 4,6 m; Einsatzhöhe ca. 3,4 m
Steckleiter (3 Leiterteile): Leiterlänge 6,5 m; Einsatzhöhe ca. 5 m
Steckleiter (4 Leiterteile): Leiterlänge 8,4 m; Einsatzhöhe ca. 7 m
Bei den Holzleitern wird astfreies und geradfaseriges Holz verwendet.
Die innen und außen liegenden Metallkästen dienen zur Aufnahme eines weiteren Steckleiterteils und mit den Federsperrbolzen am Fußende des Leiterteils wird eine feste Verbindung zwischen zwei Leiterteilen hergestellt.

Die Steckleiter wird vom Fahrzeug abgenommen.Entnahme und Transport

Die paarweise übereinander liegenden Steckleiterteile werden von 3 bzw. 4 Mann mit Unterstützung des Maschinisten vom Fahrzeug genommen und werden von der Mannschaft  paarweise mit dem Leiterfuß voraus zur Einsatzstelle getragen.

Aufbau und Anstellen

Aufbau und Anstellen

Die Steckleiter wird mit dem Fußende einen Schritt vor dem Objekt unterhalb der Einstiegsöffnung abgelegt.
Der richtige Winkel ist beim Aufstellen wichtig, um Unfälle zu vermeiden.Danach werden die beiden oberen Steckleiterteile am oberen Ende der unteren Steckleiterteile abgelegt.
Der am Kopfende der unteren Leiterteile befindliche Trupp steckt die oberen Leiterteile mit den unteren Leiterteilen zusammen.
Es ist darauf zu achten, dass die Federsperrbolzen einrasten.
Jetzt richtet der eine Trupp die Leiter vom Kopfende her auf und der andere Trupp hilft am unteren Ende ziehend mit.
Der Aufstellwinkel kann aus nebenstehender Grafik entnommen werden.
Anschließend steigt ein Trupp die Leiter hinauf und der andere Trupp sichert dabei die Steckleiter.

Anstellen in beengtem Raum

Unter beengten Platzverhältnissen werden die Leiterteile einzeln zusammengesteckt.

Unter beengten Platzverhältnissen werden die Leiterteile einzeln zusammengesteckt.
Der Trupp nimmt ein Leiterteil und legt es schrägt an das  Objekt an.
Das nächste Leiterteil wird in die Kästen des hochgeschobenen Leiterteils eingeschoben und mit den Federsperrbolzen gesichert.
Mit diesen Verfahren werden max. 4 Leiterteile zusammengebaut, bis die entsprechende Höhe erreicht wird.
 

Die Bockleiter

So wird es gemacht.DRettung aus einem Schachtie Bockleiter mit Steckleiterteilen wird bei der Rettung aus Schächten eingesetzt. Das Standrohr im Kreuzungspunkt der beiden Steckleiterteile vermindert die Reibungsverluste der Feuerwehrleine. Oder man besitzt ein Verbindungsstück und eine Umlenkrolle.

Einsatz als Leiterhebel

Einsatz als LeiterhebelBeim Sichern eines Verletzten auf einer Trage (oder z.B. Steckleiterteil) beginnt man am Anfang mit dem Mastwurf und "verschnürt" den Verletzten. Wichtig ist, dass es gegen ein Abrutschen bei einer Schräglage der Trage gesichert ist.
Die Trage mit dem Verletzten wird mit dem Mastwurf und Halbschlag am Steckleiterhebel fixiert.
Die Leinen am Fußteil der Trage dienen als verlängerter Hebel beim Herablassen der Trage. Die beiden Leinen am Leiterhebel dienen zur Sicherung gegen seitliches abrutschen des Leiterhebels. Der Verletzte sollte nach Möglichkeit waagrecht herabgelassen werden.

Sichern eines Verletzten auf einer Trage.

Einsatz bei der Eisrettung

Auch bei der Rettung aus dem Eis ist die Steckleiter sinnvoll einsetzbar.Wenn die eingebrochene Person noch nicht bewusstlos und bei Kräften ist, kann durch zuwerfen eines an einer Feuerwehrleine befestigten Schwimmringes evtl. herausgezogen werden.
Da dünnes Eis nicht die Festigkeit hat, die verunfallte Person zu tragen, kann mit einer vorgenommenen Steckleiter das Gewicht auf einer größeren Fläche verteilt werden und die eingebrochene Person herausgezogen werden.
Bei schwachen und bewusstlosen Personen müssen die Helfer über die Steckleiter zu der Person vorgehen.
Dabei wird die Steckleiter mit Fangleinen gesichert und zu dem Eingebrochenen vorgeschoben. Ein mit Fangleine und Schwimmweste gesicherter Feuerwehrmann kriecht auf der Leiter zu der eingebrochenen Person und legt ihr den Brustbund an. Mit Hilfe der auf festen Grund stehenden Feuerwehrmänner wird die verunfallte Person auf die Leiter gezogen und gesichert. Mit den Feuerwehrleinen der Leiter wird die hilflose Person und der Retter auf der Leiter liegend ans Ufer gezogen.

Einsatz als Waldbrandpufferspeicher oder als Auffangbecken

Einsatz als Waldbrandpufferspeicher oder als AuffangbeckenMit den 4 Steckleiterteilen kann (in Verbindung mit einer Plane) ein Auffangbecken gebaut werden.
Zum einen können Flüssigkeiten darin vorübergehend gelagert werden und zum anderen kann solch ein Becken als Puffer bei einer ungünstigen Wasserversorgung dienen.
Aus dem Pufferspeicher wird angesaugtDie Steckleiterteile werden jeweils mit dem Leiterkopf in den Leiterfuß des anderen Steckleiterteils gesteckt und mit einer Leine in dieser Lage fixiert.
Anschließend wird eine robuste Plane in diesen Rahmen gelegt und das provisorische Becken ist betriebsbereit. Ein Behälter aus 4 Steckleiterteilen fasst ziemlich genau 2000 Liter.
Mit den Saugschläuchen kann problemlos angesaugt werden.

Verwendung als Schlauchbrücke

Zur Erstellung einer Hilfs-Schlauchüberführung (z.B. über Zäune) setzt die Feuerwehr die Steckleiter als Bockleiter ein.

provisorische Krankentrage / Behelfsgerüst / Behelfssteg

Mit Kreativität und Improvisation lassen sich die Steckleiterteile vielfältig einsetzen.