Christopherus

Der Name Christopherus hat sowohl in der Geschichte der Heiligen als auch im Rettungswesen einen festen Platz. Den Zusammenhang zu erkennen, ist ein i-Tüpfelchen im Grundwissen eines Feuerwehrmannes. Besonders in etwas abgelegenen Regionen ist eine schnelle Hilfe durch den Rettungshubschrauber unverzichtbar.

Die Legende des heiligen Christopherus

Opherus trägt das ChristuskindChristopherus stammte aus Kleinasien und ist um das Jahr 250 unter Kaiser Decius als Märtyrer gestorben. Ursprünglich hatte der Heilige den Namen Opherus. Er war ein "Riese" mit überdimensionaler Körpergestalt. Er wollte mit seiner Kraft nur dem mächtigsten aller Könige dienen. Nach vergeblichem Suchen begann er aufgrund des Rates eines christlichen Einsiedlers an einem Fluss Menschen über diesen zu tragen, da er dafür aufgrund seiner Gestalt geschaffen war. Eines Tages erschien ein kleines Kind, um sich von ihm über den Fluss tragen zu lassen. In der Mitte des Flusses wurde das Kind immer schwerer und Opherus musste all seine Kräfte aufbieten, um nicht unterzugehen. "Ich glaube, ich trage die ganze Welt auf meinen Schultern", sagte Opherus ganz verwundert zu dem Kind. "Mehr als das, du hast Gott selbst auf deinen Schultern getragen!" sagte Jesus zu Opherus, wobei der dessen Kopf unter Wasser drückte, ihn taufte und ihm einen neuen Namen gab: Christ-Opherus, der Christus-Träger. Nun hatte er den mächtigsten König gefunden. Von da an war Christopherus ein Glaubensverkünder, für den er sogar unter Kaiser Decius sein Leben gab. Der hl. Christopherus (3. Jahrhundert) ist Schutzpatron der Schiffer und Flößer sowie der Autofahrer. Er zählt zu den vierzehn Nothelfern. Sein Namenstag wird am 24. Juli gefeiert.

Der Rettungshubschrauber Christoph

In den späten 60er Jahren war die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland stark gestiegen. Mit fast 20.000 Toten hatte sie 1970 ihren Höhepunkt erreicht. Dr. Hans Burghart, damals Chirurg im Städtischen Krankenhaus München-Harlaching, erkannte als einer der ersten Notärzte: Durch qualifizierte Sofortmaßnahmen am Unfallort könnten viele Unfallopfer überleben, die sonst nicht einmal den Transport in ein Krankenhaus überstehen würden. Krankenwagen brauchen unter Umständen recht lange zum Unfallort, denn sie müssen sich durch den Verkehrsstau hindurch wühlen, ebenso dauert der Transport für die Verletzten mitunter zu lange, um das rettende Krankenhaus noch lebend zu erreichen. Ein Hubschrauber wäre also die ideale Ergänzung zur bestehenden Rettungskette. Zusammen mit dem ADAC, unter Federführung des damaligen ADAC-Vize-Präsidenten Franz Stadler (Präsident von 1972 bis 1989), entwickelte Burghart ein Konzept zur Luftrettung.
Rettungshubschrauber landetVom 13. Juni bis 06. Oktober 1968 und vom 20. Dezember bis 07. Januar charterte der ADAC einen Hubschrauber vom Typ Jet-Ranger mit dem Funkrufnamen “Kolibri” versuchsweise für Einsätze rund um München. In der ersten Testphase war der Hubschrauber am Flughafen München-Riem stationiert. Während der zweiten Testphase, zur Untersuchung der winterlichen Einsatzbedingungen startete der Hubschrauber vom Klinikum rechts der Isar. Eine dritte Testphase lief im Sommer 1969. Die Crew bestand aus Arzt und Pilot, für einen Sanitäter war kein Platz an Bord.  Aus diesem Testlauf wurde in der Folge zum 1. November 1970 der erste offizielle zivile Luftrettungsstützpunkt am städtischen Krankenhaus München Harlaching etabliert, der sich als richtungweisend für die Luftrettung in Deutschland und auch im Ausland erweisen sollte. Das “Münchner Modell” wurde aus der Taufe erhoben. Aber nicht nur das Konzept, auch der Hubschrauber war ein Novum. Es handelte sich um die erste Serienmaschine des neu auf den Markt gekommenen Musters Bölkow BO 105. Die hervorstechendsten Merkmale des neuen Helikopters waren das Doppeltriebwerk und der gelenklose Titan-Rotorkopf, die einen Zugewinn an Flugsicherheit und Manövrierfähigkeit bedeuteten. Zur Crew gehörten ein Arzt vom Krankenhaus Harlaching, ein ADAC-Pilot und ein Rettungssanitäter vom Bayerischen Roten Kreuz.
Der Funkrufname "Christoph 1" des ersten Rettungshubschraubers wurde nach dem heiligen Christopherus, dem Schutzpatron der Reisenden, gewählt. Heute sind die Rettungshubschrauber flächendeckend in Deutschland verteilt. Der Funkrufname "Christoph" ist hat sich bewährt.
Der Patient wird ins Heck geschoben.Den Christoph gibt es auch ohne die gelbe Farbe.